Den Selbstheilungsprozess fördern

Die Physiotherapie ist bei Tieren ein entscheidender Baustein zu einer frühen Rekonvaleszenz nach Neurochirurgischen Eingriffen und wirkt fördernd in der Begleitung chronischer neurologischer Erkrankungen.

Ziele der Physiotherapie sind der Erhalt oder das Wiedererlangen einer optimalen Funktion des Bewegungsapparates und die Schmerzlinderung. Der Selbstheilungsprozess wird durch die Behandlung von Skelett, Gelenken, Muskeln, Nerven und Gewebe gefördert.

Die meisten Tiere zeigen bereits nach wenigen Behandlungen eine Besserung der Symptome. Physiotherapeutische Maßnahmen werden von fast allen Tieren als angenehm empfunden oder gut toleriert.

Viele Griffe und Maßnahmen können nach Anleitung auch leicht zu Hause durchgeführt werden.

Genutzt werden Manuelle Therapie, Massage, Lymphdrainage, passive Techniken, Matrix-Rhythmus-Therapie, Bewegungstherapie aktiv (Koordination, Ausdauer), Kälte- u. Wärmetherapie.

Tatsächlich werden die meisten physiotherapeutischen Maßnahmen ähnlich wie in der Humanmedizin angewendet. Zum Beispiel bei der Kältetherapie (Kryotherapie) mit Eisbeuteln und cool packs. Bei Hunden dauert eine solche Behandlung etwa 20 Minuten. Analog dazu gibt es auch die Wärmebehandlung mit wärmenden Mitteln bis hin zur Rotlicht-Bestrahlung.

Weitaus häufiger angewandt werden passive und aktive Bewegungstherapeutische Maßnahmen. Dabei kommt es darauf an, Gelenke und Muskeln in bestimmter Weise zu bewegen und zwar immer so, dass das Tier dabei keine Schmerzen hat.

Bei der aktiven Bewegungstherapie wird das Tier dazu gebracht, selber bestimmte Bewegungen auszuführen, um Muskeln zu trainieren und Gelenke beweglich zu machen. Damit das Tier den Bewegungsablauf kennenlernt, zeigt ihm zunächst der Tier-Physiotherapeut oder der Tierhalter, wie es geht und gewöhnt es an das Bewegungsmuster, bis die Bewegung selbstständig ausgeführt werden kann. Zuweilen werden auch Bälle, Gewichte oder Schaukelflächen hinzugezogen.

Bei der Elektrotherapie werden sanfte Stromimpulse über Elektroden auf die Haut übertragen. Diese Impulse regen die Muskulatur dazu an, sich zusammenzuziehen. Das ist für das Tier nicht schmerzhaft und meist noch nicht einmal unangenehm. Eine Behandlung dauert in der Regel etwa eine halbe bis eine Dreiviertelstunde und stellt meist eine gute Alternative dar, wenn eine aktive Bewegungstherapie nicht möglich ist.